PF REVISITED PART.3 WS11/12

07.11.-13.11. SodA Studenten besuchen zum dritten Mal das Deutsche Technikmuseum Berlin!

Neuen Schmuck mit historischen Techniken kreieren: Mit diesem Ziel reisen Studierende des Studienganges Schmuck und Objekte der Alltagskultur an der Hochschule Pforzheim seit 2009 einmal im Jahr für eine Woche nach Berlin. Das sieht ein fünfjähriger Kooperationsvertrag mit dem Deutschen Technikmuseum Berlin vor, der im Juni 2010 unterzeichnet wurde.

“Was die neuesten Technologien im Schmuckbereich angeht, sind wir in Pforzheim sehr gut aufgestellt. Wir wollen aber auch die Qualität von historischen Techniken wieder gezielt einsetzen.”, sagt der Pforzheimer Schmuckprofessor Andi Gut und verweist auf die hervorragende Infrastruktur der Stiftung Deutsches Technik Museum in Berlin. “Es sind nicht nur die alten Maschinen, die Top in Schuss sind, denn solche findet man glücklicherweise auch noch in Pforzheim, es ist vor allem das hervorragende Archiv und das Wissen der Leiterin der Abteilung für Manufakturelle Schmuckproduktion Dr. Gabriele Wohlauf und ihres Mitarbeiters Manfred Schweiss.”

Die traditionellen Techniken eignen sich vor allem zur Produktion von Kleinserien in bewährten Schmuckformen, die sich im Lauf der Jahrhunderte nur wenig verändert haben. “Die manufakturelle Schmuckproduktion ist heute ein echtes Qualitätsmerkmal”, weiß Professor Gut, “sie steht für hohe Wertigkeit und Langlebigkeit, da besteht eine wachsende Nachfrage.” Mit anderen Worten: Wer sich alte Techniken wie Hohlprägen, Pressen oder Guillochieren aneignet, erlangt dadurch reale Alleinstellungsmerkmale, die auch im Beruf zum Erfolg führen können.

Das Altbewährte soll jedoch nicht nur adaptiert, sondern auch neu interpretiert werden. Unter dem Projekttitel “Pforzheim Revisited” experimentieren die Pforzheimer Schmuck-Studierenden um Professor Gut mit den alten Maschinen, verwenden andere Materialien oder manipulieren die Formen. Dabei können auch ursprünglich unerwünschte Nebeneffekte der Produktionstechnik zu Gestaltungselementen werden. “Eine kleine Falte im Material zum Beispiel wäre früher ein Produktionsfehler gewesen, heute kann sie, gezielt platziert einen ganz eigenen ästhetischen Wert haben und macht auch die Qualitäten des Herstellungsprozesses sichtbar.”, so Gut.

Bei der Arbeit In Berlin werden die Studierenden nicht nur von Mitarbeitern der Stiftung Deutsches Technikmuseum unterstützt, sondern auch von Mitgliedern der “Arbeitsgruppe Schmuck verbindet”. Diese „altgedienten“ und erfahrenen Pforzheimer Spezialisten kennen sich noch mit manufakturellen Schmucktechniken der Jahrhundertwende aus und sind nun als Dozenten in Berlin und Pforzheim tätig. So leistet das Kooperationsprojekt auch einen wichtigen kulturellen Beitrag für die Region: Indem Wissen durch Tradierung erhalten bleibt und weiterentwickelt wird, lebt auch ein authentisches Alleinstellungsmerkmal Pforzheims neu auf.

 

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