Virtual Showcase – Das Schaufenster der Zukunft?

Virtual Showcase – Das Schaufenster der Zukunft?

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Schaufenster und Schaufensterinstallationen sind in der heutigen Zeit überall vertreten. Ob im Einkaufscenter oder in den Einkaufspassagen der Innenstädte. Der potentielle Kunde wird informiert und zum Kauf von Produkten animiert. Schaufenstersysteme beinhalten zum Zwecke der Verkaufsförderung immer eine kognitive und eine emotionale Funktion. Schaufenster in 2013 informieren aber nur über formale Aspekte wie Outfit, Farbe, Passform und Preis. Emotionale Aspekte, wie individuelle Outfit-Präsentationen in Abhängigkeit von Alter und Geschlecht werden hierbei oft vernachlässigt. Hier kommt VirtualShowcase zum Einsatz. Anders wie heute können Schaufenstersysteme nicht mehr nur passiv sondern auch aktiv zur Verkaufsförderung von Produkten dienen. Durch den Einsatz von bewegungsempfindlichen Sensoren und Eye-Tracking-Systemen zur Positions- zur Gesichtserkennung in Schaufenstern können potentielle Käufer auch emotional angesprochen werden.

Virtual Showcase – zu deutsch: Virtuelles Schaufenster – ist ein Display oder eine Beamer-Rückprojektion, welches das traditionelle Schaufenster in seiner Größe & Funktion substituiert und anstatt von tatsächlichen Schaufensterinhalten virtuelle respektive digitale Inhalte präsentiert. Dargestellt im virtuellen Schaufenster sind Models, die in einem virtuellen Raum Komplett-Outfits verschiedener Altersgruppen inszenieren. Die Models wurden zunächst vor einem Greenscreen – wie man ihn aus den Nachrichten-Shows aus dem TV kennt – in ihren verschiedenen Posings aufgenommen. Anschließend wurden Sie über digitale Weiterverarbeitung und Nachproduktion am Computer in den virtuellen Raum eingefügt. Dem Betrachter wird so suggeriert, das Model würde tatsächlich in einem Raum Mode präsentieren. In das Schaufenster-System sind Kameras implementiert, die vorbeilaufende Personen anhand ihrer Gesichtszüge erkennen und entsprechend den Erkennungsmerkmalen individuell Mode anzeigen.

Bewegungssensorische Systeme im Schaufenster sorgen dafür, die Passanten in Abhängigkeit ihrer Distanz zur Installation zu tracken. Wird eine Person vom System erkannt beeinflusst sie das Abspielverhalten der angezeigten Videosequenz. Das Video und die getrackte Person stehen in Wechselbeziehung zueinander. Ein Erwachsener mittleren Alters läuft entlang der Einkaufspassage, wird vom aktiven Schaufenstersystem in seiner Bewegung getrackt und via Gesichtserkennung erkannt. Der Passant ist kurzzeitig irritiert, da er eine Synchronisierung seiner Bewegung mit der des Models im Schaufenster wahrnimmt. Das Schaufenster lenkt seine Aufmerksamkeit auf sich, er bleibt stehen, dreht sich zum Schaufenster und stellt fest, dass Mode für sein Geschlecht und seine Altersgruppe zu sehen ist.

Das virtuelle Männer-Model im menschengroßen Schaufensterdisplay bewegt sich entlang des Schaufensters und präsentiert die Mode ringsum. Läuft ein junges Mädchen am Schaufenster-System vorbei wechselt der Screen und repräsentiert Mode für die Altersgruppe des Mädchens. Da das Angebot im Schaufenster individuell auf den davor stehenden Passant zugeschnitten ist, steigt die Verkaufsrate einzelner Produkte mit großer Wahrscheinlichkeit.

Weitere Vorteile des Schaufensters von Morgen sind geringere logistische Aufwände durch Digitalisierung. Schaufenster-Dekorations-Elemente und Outfits müssen zukünftig nicht mehr zeitaufwendig von A nach B transportiert werden und mühsam dekoriert werden. Detailliertere Outfit-Präsentationen sind ebenso möglich, da das virtuelle Model während des Posings mit den Outfit-Elementen „spielen“ kann, z.B. das Ausziehen der Lederjacke, wodurch das Oberteil ersichtlich wird. VirtualShowcase kann Outfits einer gesamten Kollektion zeigen. Die Videosequenzen der Models müssen im Aufnahmestudio nur einmalig produziert werden und können dann global auf alle Schaufenstersystme einer Boutique-Kette geschaltet werden. Das aufgebaute System in Originalgröße fand in einem Testtraum von zwei Tagen in der Öffentlichkeit großes Interesse bei den Betrachten und Anwendern. Ob Männer oder Frauen, ob jung oder alt. Alle sahen dem neuartigen System mit Begeisterung entgegen und haben es gerne ausprobiert. Sie waren von der Technik fasziniert, staunten aber gleichermaßen über die sensorischen Erkennungstechniken.

 

Eine studentisches Projekt von:

Luigi Bucchino, 2012, Hochschule Pforzheim, Intermediales Design, DESIGN PF

 

Betreuender Professor:

Prof. Dr. Matthias Wölfel

 

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