Archäologischer Fund schreibt Pforzheimer Designgeschichte neu

1. April 2015

Die Geschichte des Designs in der Stadt Pforzheim muss womöglich neu geschrieben werden. Bisher datierten Historiker dessen Anfänge auf die Gründung der Großherzoglichen Kunstgewerbeschule im Jahr 1877. Neueste archäologische Funde deuten auf eine deutlich längere Design-Historie in der Goldstadt hin.

Bei Bauarbeiten am Städtischen Klinikum stießen Arbeiter auf Überreste eines “hortus ligneus”, eines sogenannten Holzgartens, der sich zu altrömischer Zeit an dieser Stelle befand. An dessen Rand entdeckten Archäologen des Landesdenkmalamts Spuren besonders kärglicher Räumlichkeiten, den sogenannten “cellae designae”. Die Wissenschaftler bestätigten diesen Befund, da weitere Gegenstände eindeutig auf die Nutzung als antike Entwurfswerkstätte hinweisen: Gefunden wurden mehrere “perspicili hipsteri” und eine große Anzahl “tabulae ceratae” hinterasiatischen Ursprungs. Auffallend war außerdem eine große Menge schlichter Gefäße mit nachweisbaren Rückständen von “cervesia”, die ersten Analysen zufolge aus Kleinasien oder auch Ägypten stammen könnte.

Der Dekan der Fakultät der Gestaltung, Professor Michael Throm, zeigte sich von diesen Erkenntnissen erfreut, aber nicht überrascht: “Die herausragende Stellung der Pforzheimer Gestaltung lässt sich nun also wissenschaftlich eindeutig aus dem jahrtausendealten Wissensvorsprung begründen. Während andernorts noch die Germanen durch die Wälder streiften, hat der Pforzheimer homo designo bereits zukunftsträchtige Gestaltung geschaffen.”

Nun folgen detaillierte Analysen der Fundstücke. Nach Abschluss der Untersuchungen werden Vertreter der Stadt Pforzheim, der Hochschule und des Landesdenkmalamts entscheiden, in welcher Form die historischen Objekte öffentlich zugänglich gemacht werden können.

 

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