Stegreif mit Metabo

1. April 2015

Der Auftraggeber formulierte ein klares Ziel: Kabelloses Arbeiten auf der Baustelle! Der Nürtinger Elektrowerkzeug-Hersteller Metabo war im März 2015 Partner im Stehgreifprojekt der Fakultät für Gestaltung. Rund 70 Teilnehmer setzten sich zu Beginn des Sommersemesters mit der Frage auseinander, wie auf der Baustelle ultimative Unabhängigkeit erreicht werden kann.

„Die kabellose Baustelle ist unsere Vision“, erläuterte Frauke Kielblock den Hintergrund der Aufgabe. Die Chefdesignerin des Nürtinger Traditionsunternehmens Metabo lieferte den Teilnehmern die Fakten: Kabel für Elektrowerkzeuge schränken den Handwerker in seiner Mobilität ein und erschweren das Arbeiten. Akkus schaffen hier Abhilfe, sind aber je nach Leistungsklasse des Werkzeugs schwer und liefern nur eine begrenzte Zeit Strom. Bei Werkzeugen wie beispielsweise Winkelschleifern muss der Akku aufgeladen oder gegen einen vollen Akku getauscht werden.

Die Studierenden suchten in ihrem Projekt nach neuen Ansätzen, die helfen könnten, Laufzeiten von zu verlängern. Frauke Kielblock erläuterte die relevanten Zusammenhänge: Werkzeuge und Akkus sollen möglichst  leistungsstark sein und ein ergonomisches Design haben, dürfen aber nicht zu schwer werden. Für die Studierenden bedeuteten diese Vorgaben auch, sich im Detail mit dem Thema Elektronik zu beschäftigen. Die vorgestellten Ideen bezogen unter anderem neue Akku-Ladetechnologien wie Induktion oder Tragesysteme für Akkus mit ein. Ein neuartiges Lade-Pad stellte die Gruppe um Oliver Kosic vor. Um einen Akkuschrauber zu laden, muss der Akku nicht mehr vom Gerät entfernt und in die Ladestation eingesetzt werden. Der Benutzer stellt den Schrauber nur auf die große Pad-Fläche, und das Laden startet sofort. Ein Radiogerät und ein Notrufsystem sind in das Pad integriert.

„Wir sind pragmatisch an die Aufgabenstellung herangegangen. Unser System bedeutet für den Hersteller nur eine minimale Veränderung in der Produktion, hat aber für den Handwerker eine große Wirkung: Er benötigt keine weiteren Zubehörteile“, erklärte Lorenz Roland. Seine Arbeitsgruppe integrierte die Ladestation in den Werkzeugkoffer. Bei zwei anderen Teams stand das Mitnehmen von Ersatz-Akkus im Vordergrund, für die sie neue Tragesysteme entwickelten. Ergonomische Aspekte spielten dabei eine große Rolle: Welche Bewegungen werden beim Schrauben oder Schleifen ausgeführt, welche Körperteile müssen frei beweglich sein? Ein Tragegurt auf dem Rücken gewährleistet Bewegungsfreiheit und entlastet.

Fotos: Petra Jaschke

 

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