aed neuland: Lisa Zech und Beatrice Schneider

20. Juni 2015

Ausgezeichnet: Gestalterarbeiten mit gesellschaftlicher Relevanz

Flucht und Vertreibung beherrschen die Schlagzeilen. Die familiäre Herausforderung durch Demenz beschäftigt Angehörige – beide Themen sind aktuell, kontrovers und brisant. Für die Pforzheimer Studentinnen Lisa Zech und Beatrice Schneider Themen, mit denen sie sich gestalterisch auseinandersetzten und Lösungsansätze vorstellten. Die überzeugenden Arbeiten wurden am Mittwoch, 24. Juni 2015, mit einer Nominierung beim Nachwuchswettbewerb „aed neuland“ gewürdigt. Die Designerinnen erhielten ihre Auszeichnungen im Stuttgarter Haus der Architekten.

Welche Erleichterungen gibt es für Angehörige von Pflegebedürftigen und wie kann das Erinnerungsvermögen von Demenzkranken aktiviert werden? Diese Fragestellungen leiteten Beatrice Schneider, Studiengang Industrial Design, in ihrem Projekt „Remento“. Die 23- Jährige entwickelte eine „Smart Watch“, die den Demenzkranken unterstützt. Über die Uhr wird der Träger an die Einnahme der Medikamente erinnert. Mit Hilfe einer Notfalltaste können Pfleger und Angehörige sofort gerufen werden. „Die Angst, dass Demenzkranken etwas zustößt, ist bei Angehörigen sehr hoch“, erklärte Beatrice Schneider ihre Motivation für „Remento“. Die Industriedesignerin koppelte daher die Uhr mit einer Smartphone-App für die Angehörigen, die diese informiert, wenn der Patient seine Medikamente eingenommen hat. „Mein System ist eine große Erleichterung für Betroffene. Sie gibt ihnen einen großen Freiraum zurück.”

Über 51 Millionen Menschen befinden sich auf der Flucht, erleben Furcht, Hunger, Tod und unsagbares Leid. Um diese schier unvorstellbare Zahl und das Schicksal dahinter zu verstehen, wechselte Lisa Zech die Perspektive. In ihrer ausgezeichneten Abschlussarbeiten “Super Safe Country” porträtierte die Absolventin des Pforzheimer Studiengangs Visuelle Kommunikation Flüchtlinge in Stuttgart. Was haben sie erlebt, wie sehen sie Stuttgart und welche Wünsche haben sie an die Zukunft? “Ich habe ein Zuhause, Sicherheit, Freiheit, grenzenlose Chancen, Wohlstand und lebe somit in einem super safe country“, führt Lisa Zech aus. „Unsere Chancen hängen davon ab, auf welcher Seite des Zauns wir uns befinden.“ Die in einem Buch zusammengefassten Porträts sind aktuell, anrührend und bewegend. Die Arbeit wurde mit einer Nominierung in der Kategorie Communication & Graphic Design geehrt.

Der aed e. V. – ein gemeinnütziger Verein zur Förderung von Architektur, Engineering und Design – führte zum fünften Mal den Nachwuchswettbewerb “neuland” durch. Es wurden über 330 Projekte für den Wettbewerb eingereicht. Eine Ausstellung aller Gewinnerarbeiten wird in den kommenden zwei Jahren an verschiedenen Stationen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gezeigt.

 

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