Abschlusskollektionen MODE SoSe 2015

22. Juli 2015

Abschlusskollektionen im Studiengang MODE / Sommersemester 2015
Degree collections in Fashion department / summer semester 2015

 

Lea Bürkert  „VERTiGO“
Betreuer: Prof. Johann Stockhammer, Prof. Claudia Throm

Dominant, dynamisch und unberechenbar beherrscht der Schwindel die Wahrnehmung. Farben flimmern, flirren, fließen. Räumlicher Halt, Strukturen und Wirklichkeit lösen sich auf zu bewegten, irrealen Traum- Vorstellungen. Schwerelos und frei, taumelt man durch das unendliche Nichts. Die Kollektion und Arbeit „VERTiGO“, inspiriert aus den Themen Schwindel, Op Art und Glitch Art, soll als eine Art Konfrontation betrachtet werden. Dabei wird besonders Wert auf die postive Betrachtung von Irritation, Auflösung von Strukturen und Orientierungslosigkeit gelegt. Diese erschaffen neue Möglichkeiten, zu denen es ohne ein Durcheneindergeraten von Halt und Struktur niemals gekommen wäre. Durch die Abwesenheit von festen Definitionen, Oben und Unten, gibt es kein Richtig oder Falsch. So enstehen spontane, flexible Momente ohne Wertungen und Vorgaben.
Unpredictably and dynamically, vertigo dominates and controls the mind‘s perception. Colors flicker,
whirr and flow. Spatial framework, structures and reality dissolve into unreal dream concepts. You stagger through infinite nothingness – weightless and free. The collection and work “VERTiGO” inspired by the topics of dizziness, Op art and Glitch art is to be viewed as a confrontation. The work deals with the element of disruption, loss of control, the dissolving of familiar structures, and visual confusion. Silhouettes diffuse, structures disperse, materials and patterns compound. Defined structures and the definition of up and down, right and wrong become blurred and disappear. Spontaneous and flexible moments without valuation and regulations start to exist.

Fotograf: Silke Schlotz

 

Roxana Etzkorn  ”nyctophilia”

Betreuer: Prof.Johann Stockhammer, Prof. Erich Reiling

In unserer extrovertiert gepolten Gesellschaft gehen die meisten Menschen tatsächlich heute noch davon aus, dass es mehr extrovertierte Personen gibt, als introvertierte. Die Kollektion nyctophilia. beschäftigt sich mit dieser gesellschaftlichen Ungleichheit zwischen Introversion und Extroversion und beleuchte zwei Sichtweisen: Die der Gesellschaft auf Introvertierte und die der Introvertierten selbst. Introversion wird oft verkannt und als Schüchternheit abgetan, doch anstelle eines aufreibenden sozialen Lebens tritt bei Introvertierten ein buntes Innenleben. nyctophilia. ist sowohl Ausdruck der Persönlichkeit introvertierter Menschen, als auch eine Unterstützung beim Ausleben ihrer Vorlieben – Ruhe und Einsamkeit.
In a society, where extroversion is one of the highest goods, most people still think that there are more extroverts than introverts. The collection nyctophilia. deals with the social disparity between introversion and extroversion and comments on both society’s perspective and the self-awareness of introverts. Introversion is often confused with shyness, but instead of a bussy social life, introverts lead an exciting inner life. nyctophilia. is an expression of an introverted personality as well as a support by enjoying their preferences – silence and solitude.

Fotograf: Daniel Fuchs, www.danielfuchs.eu


Katharina Käß “FACTION”

Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Prof. Matthias Kohlmann

Original oder Imitation? Worin liegt der Unterschied? Ist es nicht vielmehr so das Originale durch imitatives Verhalten entstehen? Es ist ein Wechselspiel von sich bedingenden Prozessen die zu Innovationen führen können. Imitationsprozesse die scheinbar unbemerkt und automatisiert ablaufen und unseren Alltag oft ganz unbemerkt prägen und dabei etwas Neues entstehen lassen waren der Ausgangspunkt der Kollektion. Formen die aus einem einfachen Mechanismus heraus resultieren und ganz selbstverständlich entstehen, beschreiben den Grundgedanken des Konzepts.So sieht sich die Kollektion FACTION auf der Schnittstelle ziwschen Fakt und Fiktion in erster Linie als Formexperiment.
Original or imitation in what does the difference lie? Is it not rather thus originals are caused by imitative behavior? It is an interplay between mutually conditional processes which can lead into innovation. Processes of imitation who pass apparently unnoticed and automated and characterize our everyday life often completely unnoticed where the starting point of the collection. Shapes which result out of simple mechnisms are depict the basic idea of the concept. ᴀus the degree collection FACTION on the interface between fact and fiction sees itself primarily as a form experiment.

Fotograf: Christian Metzler

 

Paul Kim “SANS PAPIERS”
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Prof. Matthias Kohlmann

Sans papiers – so wurde ich geboren. So steht es in meiner carte d’identité. Mein Identitätnachweis. Dieses Dokument soll Personen anhand signifikanter Merkmale büokratisch legitimieren. Wie soll aber ein Identitätsnachweis funktionieren, wenn Merkmale verschoben oder verwischt werden? Was ist mit den Personen die sich in der Fragestellung männlich oder weiblich als Geschlecht nicht angesprochen fühlen? Sie sind irgendwo dazwischen aber definitiv nicht eindeutig zuzuodnen. Grenzen werden befragt und verwischt um den Menschen, die sich nicht eindeutig einordnen können, einen visuellen Identitätsausweis zu geben, der authentisch ist.
I was born this way. This is how my carte d’identité proofs my identity. This document should legitimize a person on the base of significant characteristics. But how does it work in event of shifted or blurred criteria? What happens to a person who can neither identify oneself as male or female? They are in-between the lines but definitely not to classify clearly. Borders are challenged and obliterated to give these people between the lines an authentic visual proof of identity.

Fotograf: Daniel Fuchs, www.danielfuchs.eu

 

Claudia Korus “JOYphoria”
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Robert Eikmeyer

Das Spiel mit Identitäten als Optimismus gegen alles Negative = Identitätsverlust. Die mit der Moderne einsetzende Auflösungvon traditionellen Bindungen und Identitäten, erfährt durch den Begriff Optimismus, eine positive Einstellung gegenüber der Auflösungeiner traditionellen Identität. Was in Hinblick auf den Einzelnen und die Gesellschaft üblicherweise kulturkrtisch als Verlust oder Dekadenz empfunden wird, eröffnet zudem ein komplexes Feld der Inszenierung von Identitäten und Rollen, wie es vor allem in der modernen Kunst und zeitgenössischen Mode praktiziert wird. Die mit der Auflösungresultierende Virtualität der Neuen Identität, eines neuen Konstrukts, wird hier als Anlass zum Optimismus und dem Potential zu einer persönlich-philosophischen Art des Optimismus empfunden.
Playing with identities serves as optimism against all negativity = identity loss. Optimism caters to the onset of the modern resolution for traditional ties and identities – a positive attitude towards the resolution of traditional identity. What is commonly perceived as loss or decadence of cultural criticism – in terms of an individual and society –opens a window to the complex field of identity and role production, practiced especially in modern art and contemporary fashion. The resolution, a result thereof, is a virtual world of new identity, a new construct perceived, in this case, as reason for optimism, and the potential for a personal and philosophical nature of optimism in itself.

Fotograf: Armin Hummel

 

Rachel Kowalski „KAMPFGEIST“
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Prof. Matthias Kohlmann

Eine unsichtbare Stärke die weder aggressiv noch beängstigend ist. Ihr Ursprung liegt tief im Inneren und äußert sich in Form einer einzigartigen Energie, die unbeschreiblich ist – die Energie des Kampfgeistes. Doch wie kommt diese Stärke zu Stande? Wie wächst ein starker Kampfgeist? Mit dieser Fragestellung setzt sich die Bachelor Arbeit „KAMPFGEIST“ auseinander. In ihr wird die Komplexität des Kampfgeistes aufgegriffen, da dieser aus einem Zusam­menspiel unterschiedlicher Faktoren besteht und nur so eine starke Einheit bilden kann. Dabei war die Betrachtung der Kampfkunst unabdingbar, da in ihr der Kampf als eine gelernte Geisteshaltung verstanden wird, in der die innere Stärkung als zentrales Ziel gilt und somit in einem untrennbaren Bezug zum Kampfgeist steht. Als Ergebnis steht ein Look in dem verschiedene Elemente verbunden wurden, welche aber nicht als gegensätzlich sondern als etwas „Ganzes“ in Erscheinung treten und so­mit eine kraftvolle Erscheinung bilden.
The invisible strenght which is neither aggressiv nor daunting. Its orgin is placed deep insinde and expressed in a way of an unique energy that cannot be describe – the energy of fighting spirit. But how can this strenght be achieved? How can a strong fighting spirit grow? The bachelor collection „KAMPFGEIST“  adresses that issue. In it, the complexity of fighting spirit will be taken up as it consists of a combination of diffe­rent factors which build a strong unity. In the whole process, the consideration of martial arts was indispensable because there, the fight is seen as a learned attitude in which the inner strengthening is a central aim and therefore it is in an inseparable relation to fighting spirit. As a result, there is a look in which the diffrent elements are connected but which do not appear as contradictory but rather as a „unity“ and thus as a form of powerful appearance.

Fotograf: Christian Metzler

 

Miriam Richter  „ u bike ! “
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Markus Müller (Dipl.-Des.)

Die Abschlusskollektion „ u bike ! “ von Miriam Richter thematisiert das Freiheitsgefühl, welches man beim Motorradfahren erfährt.
Miriam Richter‘s bachelor thesis “ u bike ! “ discusses the emotion of freedom someone experiences while driving a motorbike.

Fotograf: Silke Schlotz 

 

Petra Rudolf   “¿moving!”
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Prof. Matthias Kohlmann

Sich auf den Weg machen, die Welt kennenlernen – auf den Spuren Alexander von Humboldts durch Lateinamerika. Seine Neugierde, seine Rastlosigkeit, seine Toleranz und Achtsamkeit übernehmen, in das Heute überleiten. Es geht um authentisches Unterwegssein, seine Umwelt wirklich wahrnehmen und in Kontakt mit ihr treten. Die daraus entstandene Kollektion besticht durch sanfte, harmonische Farbkombinationen, leichte Funktionen und angenehme Materialien, die allesamt das Unterwegssein unterstützen und animieren, loszugehen – ¿moving!
Starting out for getting to see the world – in the footsteps of Alexander von Humboldt through Latin America. Adopting his curiousity, his restlessness, his tolerance and mindfulness and transfering it to the present.  It is about being on the road authentically,  about being aware of his environment for real and getting in touch with it. The collection which emerged out of this, is characterized by gentle, harmonious colour combinations, lightweight features and comfortable materials, which all support the itinerancy and animate to get going – ¿moving!

Fotograf: Julia Haack

 

Timo Schuster  ”PANOPTIKA”
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Stefan Brunnbauer (Alexander McQeen)

Die Kollektion PANOPTIKA basiert auf den Kuriositätenkabinetten des sechzehnten Jahrhunderts. Neugier, Faszination, Verwunderung und der Drang die Dinge zu ordnen prägten den Zeitgeist jener Zeit. Heute leben wir gewissermaßen in einer Transparenzgesellschaft. Nichts ist mehr neu, und was ist noch kurios ? Es wird gebloggt, getwittert, gepostet. Die Gesellschaft tritt aus dem Dunkel in die Überbelichtung. Eine Emotion der Faszination wie damals ist wohl kaum noch vorstellbar. Wachsende Selbstverstäbdlichkeit macht Grenzen und Tabus immer transparenter. Es scheint nur die Menswear noch mit Grenzen und Tabus behaftet zu sein. PANOPTIKA ist eine Kollektion die diese Grenzen überdenkt und Tabus überbelichtet.
The collection PANOPTIKA is based on the sixteenth century cabinets of curiosities. Curiosity, fascination, wonder and the drive to order things were shaping for the zeitgeist of that time. Today, we‘re living in sort of transparent society. Nothings is new. And what is curious ? We‘re blogging, twittering, posting. Society is moving from dark to overexposure. An emotion of fascination as in sixteenth century is today not conceivable. Growing obviousness results transparent boundaries and taboos. It seems only menswear still has boundaries and taboos. PANOPTIKA is a collection that reconsiders those boundaries and overexposes taboos.

Fotograf: Marina Schneider-Moog

 

Kristina Vohrer  ”confusion”
Betreuer: Prof. Sibylle Klose, Markus Müller (Dipl.-Des.)

confusion bedeutet die Auseinandersetzung mit dem unwirklichen zwischenmenschlichen Konstrukt der Kommunikation. Es stellt Sinn und wandelt es in eine Form des Unsinns um, der banal ist, aber auch als eine neue Wirklichkeitsvorstellung verstanden werden kann. Die Auseinandersetzung mit dem Konstrukt der Fehlkommunikation und der daraus resultierenden Missverständnis, durchläuft ein Prozess auf der ständigen Wechselwirkung zwischen dem Sinn und Unsinn. Anhand von verschiedenen Aspekten der Kultur, der Psychologie, der Poesie und der Dichtung erfolgt eine Auseinandersetzung mit dem Sinn des Wortes und der menschlichen Kommunikation in einem fehlerhaften Wirklichkeitskonstrukt, welches immer wieder erneut rekonstruiert werden muss.
Confusion is the confrontation with the unreal construct interpersonal communication. It provides meaning and converts it into a form of nonsense that is trite, but can also be understood as an imagination of a new reality. The confrontation with the construct of miscommunication and the resulting misunderstanding, undergoes a process on the constant interaction between the sense and nonsense. On the basis of different aspects of the culture, the psychology, the poetry and the literature occurs a discussion with the sense of the word and the human communication in a faulty reality construct which must be reconstructed over and over again once more.

Fotograf: Georg Löschner

 

Frederike Wegner “VOID”
Betreuer: Prof. Johann Stockhammer, Markus Müller (Dipl.- Des.)

Die Erforschung des Weltalls ist Bestandteil realer Forschung als auch Thematik vieler spekulativer Science Fiction Geschichten. Auf einem fiktiven in der Zukunft angesiedelten Szenario, in welcher Raumfahrt zum alltägliche Leben gehört basiert die Kollektion VOID. Hauptinspirationsquelle für die moderne Streetwear  Kollektion war der klassische Raumanzug, mit seinen vielen verschiedenen Schichten unterschiedlichster Materialien und den gewölbten Volumina.
The exploration of outer space is on the one hand part of real research and on the other also topic of many science fiction stories. The line VOID is based on a virtual futuristic scene, where cosmonautics is part of our everyday life. Main inspiration of this modern street wear line was the classic space suit, with its many layers of different materials and the curved volume.

Fotograf: Peter E. Frankenstein

 

Lea Weishaupt »verric«
Betreuer: Prof. Johann Stockhammer, Prof. Matthias Kohlmann

»ferric« abgeleitet von dem lateinischen Wort „ferrum“ ist das englische Adjektiv für Eisen-. »V«, der Anfangsbuchstabe der saarländischen Stadt Völklingen, welche circa 10 Kilometer von der Landeshauptstadt Saarbrücken entfernt liegt. »verric« ist eine vestimentäre Momentaufnahme der Stadt Völklingen und dem Weltkulturerbe Völklinger Hütte samt ihrer Geschichte. Die Kollektion »verric« ist Sinnbild für das Gestern, das Heute und das Morgen der Stadt Völklingen. »verric« verschmilzt diese Kontraste zu einem, von Gegensatz und Einheit geprägten, Gefüge. Sie soll aufzeigen, wie Mut und Zuversicht aus noch so ausweglosen Zuständen und Momenten geschöpft werden kann. Die Vergangenheit wird in der Kollektion als positiver Teil angesehen, welcher mit all seinen Fehlern und negativen Bestandteilen einen Nährboden für das Neue und Starke darstellt. Der Kontrast aus Vergangenheit und Zukunft wird so zur Chance, zum Aufbruch.
The title »verric« originates from the word „ferric“ with the initial from the city „Völklingen“. The collection »verric« deals and discusses the influence of today‘s world cultural heritage „Völklinger Hütte“, a former iron work next to the french border. The collection is an allegory of yesterdays, todays and tomorrows mood of Völklingen and it’s social context. The garments of the collection embody the city‘s history. Through innovative material manipulations and pictorial details, the contrast between history and future is displayed. »verric« accentuates this exchange between present and past in one clear statement: the future is not a burden – it’s a chance.

Fotograf: Daniel Fuchs, www.danielfuchs.eu

 


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